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31. Juli 2010
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 08.06.2005 - Richtiges Deutsch ist für viele Kinder keine Glückssache
Projekt Sprecherziehung: Hilfe für Kinder und Weiterbildung für Erzieherinnen

Zeitz | Mitteldeutsche Zeitung, Lokalteil Zeitz vom 06.06.2005

Ruhig liegen die beiden Vierjährigen auf der Matte in der Kindertagesstätte "Freundschaft", als Sophie Koch beginnt, vom Gewitter zu erzählen. Doch es dauert keine Minute und sie lassen den Zappelphilipp heraus, können sich nicht konzentrieren. Dabei ist die Sache mit dem Gewitter eine Entspannungsübung. Doch Sophie Koch ist die Ruhe in Person, auch wenn sie nach der "Sitzung" weiß: Mit diesen beiden kleinen Kerlen muss sie künftig einzeln üben.

Sophie Koch und Annechristin Schwarzer arbeiten im Hauptstudium am Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik in Halle mit Kindern, deren sprachliche Entwicklung beziehungsweise deren Kenntnis der deutschen Sprache gegenüber Gleichaltrigen Defizite aufweisen. Das könne ganz verschiedene Ursachen haben, betont Sophie Koch. Und nicht nur bei zweisprachig aufwachsenden Kindern verzögere sich oft die Sprechentwicklung. Das Umfeld entscheide mit, und auch mancher Schulanfänger aus einer deutschen Familie habe einen zu kleinen Wortschatz oder spreche grammatisch falsch.

Das weiß auch Annechristin Schwarzer, die wie ihre Kommilitonin einmal in der Woche ähnliches in der Kindertagesstätte "Bummi" macht. Beides sind so genannte Regel-Kindereinrichtungen, die zum Beispiel keinen Logopäden an der Seite haben, der regelmäßig nach den Sprechfähigkeiten oder -störungen der Kinder schaut. Das war der Ansatzpunkt für das Qualifizierungsförderwerk Chemie, sich dieser Sache im Rahmen des Projektes "Mitteldeutsche Industrieregion im Aufbruch" anzunehmen. Möglich wurde es, weil der Pakt für Arbeit Zeitz die Eigenmittel zur Förderung des Projektes übernahm.

Dass die beiden Studentinnen in nur vier Monaten Wunder bewirken, erwartete niemand. Doch sowohl Carmen Knaak, Leiterin der "Freundschaft", als auch Petra Hänf, Leiterin des "Bummi", können gar nicht genug betonen, dass der eigentliche Nutzen des Projektes in den Mittagspausen erarbeitet wird. Wenn die beiden Studentinnen nämlich mit den Erzieherinnen in offener Weiterbildung Methoden der körperbetonten Sprechübung und phonetische Ausspracheübungen erarbeiten. "Das war in unserer Ausbildung damals noch kein Thema. Das ist ein enorm wertvolles Wissen für uns", erklärte Carmen Knaak. "Das tut den Kinder gut und uns ist es hilfreich." Das sieht Petra Hänf genauso. Die für die Übungen nötigen Spiele habe im Übrigen die Stadt Zeitz zusätzlich finanziert. Qualifizierungsförderwerk Chemie Teilprojekt Sprecherziehung Ein Projekt im Projekt „Mitteldeutsche Industrieregion im Aufbruch – Lernende Region Sachsen-Anhalt“ ist die Sprecherziehung, die bis Ende Juli den Kindern zweier Kindereinrichtungen der Stadt Zeitz zugute kommt. Geführt wird das Projekt von Marlies Erdélyi und Susanne Franke vom Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH (QFC) mit zwei Studentinnen vom Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg.

Das QFC ist eine gemeinnützige Tochter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.
 
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